DMR wird zur kostengünstigen TETRA-Alternative!
Dienstag, den 13. Oktober 2009 um 10:00 Uhr
Vor einem Jahr war noch Skepsis angesagt, aber bei DMR (Digital Mobile Radio) sind sowohl in der Produkt- als auch Applikationspalette die Entwicklungen auf Hochtouren weiter gelaufen, wobei von den Herstellern die klare Ansage besteht, dass DMR – aufgrund der guten Marktchancen – auch weiterhin auf hohem Niveau weiter entwickelt werden wird.
Die bsv hat sich in diesem Jahr intensiv mit dieser Thematik auseinander gesetzt, da eine Vielzahl von Verkehrsunternehmen in den Digitalfunk migrieren möchte, aber die enorm hohen Investitionskosten der TETRA-Infrastruktur dem entgegen stehen.
Damit bieten sich folgende Alternativen an:
- Ein Verkehrsunternehmen kooperiert mit einem Verkehrsunternehmen, das ein TETRA-Funksystem installiert hat oder installieren will oder
- das Verkehrsunternehmen bleibt autarker Funksystembetreiber – und installiert ein DMR, das einerseits jede Kopplungsmöglichkeit mit einem benachbarten TETRA offen hält – und andererseits eine schrittweise Migration vom analogen zum digitalen Funk möglich macht.
DMR ist ein offener europäischer Standard (ETSI TS 102 361), der 2006 von der ETSI verabschiedet wurde. Der Standard ist als ein Verfahren ausgelegt, bei dem die gleichzeitige Übertragung eines analogen und eines digital übertragenen Signals im gleichen oder einem benachbarten Kanal stattfindet.
Damit kann bei DMR eine „analoge und digitale“ Funkkommunikation gleichzeitig genutzt werden oder auf einen Zeitschlitz eine Sprachübertragung und auf dem zweiten Zeitschlitz eine Datenübertragung oder Prioritätsrufe durchgeführt werden.
DMR kommt von Seiten der herstellenden Industrie als Zeitmultiplex-Verfahren TDMA (analog TETRA) mit Vollduplex-Übertragung zum Einsatz, wobei hierbei 2 Zeitschlitze mit einer Kanalbandbreite von 12,5 kHz verwendet werden. Bei der Datenübertragung wird hierbei eine Bruttodatenrate von 9,8 kBit/s. belegt.
Als weitere Modulationsart kommt das FDMA-Verfahren bei einigen Herstellern zum Einsatz, das mit einer Bandbreite von 6,25 KHz arbeitet. Wir sehen die Zukunft im Kanalraster von 12,5 kHz, das generell in die global harmonisierten Frequenzpläne integriert werden kann.
Gerade im Hinblick auf flexible Kommunikationsmöglichkeiten bietet DMR heute Lösungen, die eine gleichzeitige Übertragung von Sprache und Daten oder die Parametrierung von dynamischen Teilnehmergruppen ermöglichen.
Die Plattform von DMR ist heute schon so leistungsstark, dass die breitgefächerten Anforderungen des ÖPNV weitgehend abgedeckt werden können.
Unsere Meinung zum Analogfunk hat sich in keinster Weise geändert, aber wer Lösungen für den Weg in den Digitalfunk aufgezeigt haben möchte, für den sehen wir nunmehr mit DMR nicht nur eine kostengünstigere Alternative zu TETRA, sondern auch eine echte Migrationslösung, die eine Reihe von Leistungsmerkmalen zu bieten hat.
Von der BNetzA (Bundesnetzagentur; nationale Frequenzverwaltung) sind die Frequenzbänder für DMR im 2m- und 0,7m – Band festgelegt worden.
Denken Sie einfach einmal über DMR unter den Aspekten nach, die da heißen:
- Verwendung des vorhandenen Frequenzspektrums im 2m-Band!
- Verwendung der vorhandenen Standorte!
- Installation der DMR-Infrastruktur und DMR-Endgeräte in Analogtechnik.
- Verwendung als Analogfunk unter dem „rollenden Rad“ bis zum Zeitpunkt der abgeschlossenen analogen Geräte-Installation.
- Inbetriebnahme zum festgelegten Zeitpunkt auf „rein digital“!
Wenn sich ein Verkehrsunternehmen „DMR“ als sein zukünftiges Digitalfunksystem vorstellen kann, dann sollte es Kontakt mit der bsv aufnehmen, die neben DMR zwischenzeitlich auch Erfahrung mit dem Aufbau von TETRA-Systemtechnik (Projektleitung) gesammelt hat.

