Itcs = Qualitätsstandards im Dienste des Fahrgastes
Geschrieben von: Gerd Petermann Mittwoch, den 03. Februar 2010 um 21:26 Uhr
Warum werden Itcs-Systeme immer beliebter?Seit nunmehr einigen Jahren lernen die Aufgabenträger und Verbünde den Wert eines Itcs-Systems kennen und haben erfahren, dass das Itcs sehr wichtige Informationen liefern kann, die allesamt in Datenbanken abgespeichert werden. Es ist also nur der „richtige Knopf“ zu drücken und man bekommt alle Informationen, um das Besteller- und Ersteller-Prinzip zu „leben“.
Was bedeutet das im Einzelnen?
Beispiel:
Eine lokale Nahverkehrsorganisation bestellt bei einem Verkehrsunternehmen eine Anzahl Verkehrsleistungen, die dann jeweils am Monatsende in Rechnung gestellt werden. Aber wie kann der Besteller die Rechnung prüfen bzw. die erbrachte Leistung mit der Rechnung abgleichen?
Auch zur Lösung dieser Aufgabe ist das Itcs geradezu prädestiniert!
Wenn sich ein Fahrzeug im Linienverkehr mit Linie/Kurs angemeldet hat, werden ab diesem Zeitpunkt alle relevanten Informationen vom Standort mit Fahrplanlage, Pünktlichkeit, Anschlüsse etc. an die Leitstelle übermittelt und hier abgespeichert.
Was sich so einfach anhört, ist ein hochkomplexes Datenmanagement vom Fahrzeug bis hin zu den Servern im Hintergrund.
In einzelnen Schritten erklärt, läuft das wie folgt ab:
Zunächst ist jedes Fahrzeug einmal als eigenständiges IT-Netz zu betrachten. Hier fallen die erzeugten Daten an und hier werden die Planwerte gebraucht. Es müssen also immer Daten entladen und neue Solldaten geladen werden. Das kann „händisch“ erfolgen, ist aber nicht mehr zeitgemäß und wird deshalb nur noch bei Systemstörungen angewendet. Häufig hören wir heute das Schlagwort GPRS/UMTS oder WLAN, also ein Funknetzwerk an zentralen Haltestellen oder in den Betriebshöfen.
So können die Fahrzeuge bei längeren Pausen jeweils an Endhaltestellen oder aber bei Einfahrt auf dem Betriebshof jeweils mit den nötigen Daten versorgt werden. Aufgezeichnete Ist-Werte werden entladen, auf den Betriebshofserver übertragen - und abgespeichert.
In älteren Fahrzeugen waren viele Einzelsysteme eingebaut (und sind heute noch vorhanden), die überwiegend vom Personal während der nächtlichen Pausen mit Ladeboxen, USB-Stick, Laptop oder ähnlichem geladen wurden - und zwar jedes System für sich!
Quelle: VDV
Bei den heutigen Systemen werden automatisierte Wege ausgeschrieben und angeboten. Das Zauberwort heißt heute „IP-Kommumikation“. Hierbei sieht das ganze schon wesentlich einfacher aus und die Personalaufwendungen gehen deutlich zurück.
Quelle: VDV
Kommunikation auf dem Fahrzeug mit Ethernet, aber auch noch mit „älteren“ Komponenten, die man nicht einfach „wegwerfen“ kann. So kann man durchaus auch „Mischsysteme“ betreiben, um das Personal stückweise zu entlasten.
Quelle: VDV
Die Fahrzeuge werden über Netzwerk erreicht und können so zentral über Server die Daten empfangen und entladen. Alle neuen Daten werden dann automatisch an die Bordgeräte verteilt und beim Neustart geladen. Dies kann entweder einmal täglich oder aber nach Bedarf erfolgen. Diese Dinge müssen in der Planung berücksichtigt werden. In jedem Fall wird der Personalaufwand deutlich reduziert. Es sollte nur noch kontrolliert werden, ob jedes Fahrzeug mit den neuen Daten versorgt wurde. Aber auch das ist ganz einfach, weil es nach dem vollständigen Empfang der Daten protokolliert wird. Ein Blick genügt!
Beispiel eines Netzwerkaufbaus im Fahrzeug:

Quelle: SWBV Bonn
Nach dem entladen der Daten sind diese auf dem Server in einer Datenbank gespeichert. Hier stehen sie dann für die weitere Verarbeitung bereit.
Zunächst stellt sich die dann die Frage, was möchte ich auswerten?
- Pünktlichkeit?
- Anschlüsse?
- Betriebsleistung?
- Nutz- und Leerkilometer?
- Soll-/Istwerte bei den Distanzen?
- Funknetzabdeckung?
- Vertriebsdaten?
Hier gibt es ein System, das ab diesem Punkt aufsetzt.
Die Firma vedisys aus Griesheim hat ein QM/BLE System entwickelt (Produktname VEDIS QM/BLE), das genau die Bedürfnisse der „Lokalen Nahverkehrsorganisationen und Verkehrsverbünde“ abdeckt und dazu auch noch für die eigenen QM-Standards im Unternehmen zur Auswertung zur Verfügung steht. Besser geht es nicht!
Beispiele Qualitätsmanagement (QM):

Quelle: vedisys AG

Quelle: vedisys AG
Beispiele Betriebsleistungserfassung (BLE):

Quelle: vedisys AG
Mit diesem System kann man im nachhinein Kundenbeschwerden überprüfen und im Sinne der Kunden handeln, aber auch zum Schutz des eigenen Personals, denn nicht immer hat der Kunde Recht – jedenfalls objektiv betrachtet. Oftmals hat sich dann z.B. herausgestellt, dass eben die Fahrer doch nicht verfrüht abgefahren waren.
Autor: Gerd Petermann
