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AMIS 7, das Hintergrundsystem der Zukunft!

Auf Basis der umfangreichen Erfahrungen, die vedisys in den letzten dreizehn Jahren im ÖPNV sammeln konnte, wurde nun die AMIS 7 Produktreihe entwickelt.

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Im ersten itcs-Seminar des Jahres 2012 werden wir innovative Produkte und Systeme aus der Industrie mit den Schwerpunkten Kommunikation und itcs-Anwendungen vorstellen. vorstellen. Neue Kommunikationstechnologien verbessern den Mehrwert eines itcs und offene Schnittstellen untersützen die Kernprozesse und führen zu einem effizienteren Unternehmensmanagement.

Hier zur Anmeldung bei der beka.

Programmflyer zum Download hier.


TETRA – DMR – Analogfunk?

Gedanken über Systemtechniken als Ersatz für den Analogfunk

Die Frage ist und kann nicht neu sein, aber sie stellt sich immer wieder. Die Funkkommunikation des eigenen Unternehmens ist in die Jahre gekommen, viele der seit Jahren eingesetzten ortsfesten und mobilen Funkanlagen und –geräte sind bereits abgekündigt, aber alles läuft und läuft.

Wenn man aber etwas tiefer einsteigt oder sich selbst nichts mehr vormacht, dann stellt man fest, dass nicht nur in Kürze die Instandhaltung in Frage gestellt sein wird, sondern auch die Frage nach der neu zu installierenden Systemtechnik, den Investitionskosten und vor allen Dingen den Folgekosten beantwortet werden will!

Unternehmen, die mit ITCS- / Digitalfunk-Förderbeträgen zwischen 70 – 90% rechnen können, sind immer in der Lage, die einmaligen Investitionskosten zu „stemmen“.

Tetra

Damit ist das Thema Digitalfunk TETRA von der Investitionsseite erledigt. Wenn man dann noch das interne Funk- Know-how hat, um auch nach der Inbetriebnahme die Instandhaltung weitgehend intern abzudecken, dann kann man den Digitalfunk angehen.

Auszuschließen ist hierbei auch dann noch der mit dem Digitalfunk-Auftragnehmer abzuschließende und zwingend notwendige Wartungsvertrag, der bei größeren Unternehmen immer im sechsstelligen Eurobereich pro Jahr liegen wird.

Meine Erfahrung mit den VDV-Unternehmen sagen mir aber, dass nur eine „Handvoll“ Verkehrsunternehmen in der Lage sind, diese Technik so zu beherrschen, dass man nicht vom Auftragnehmer abhängig wird.

Jeder weiß aber, dass weder für ITCS noch den TETRA-Digitalfunk die völlige Unabhängigkeit gewahrt werden kann.

Tipps aus der Praxis:

  • Wenn sich ein Unternehmen für den Digitalfunk TETRA entscheidet, dann sollte es auch Know-how in den eigenen Reihen haben, um diese Technik und die erforderlichen Subsysteme weitgehend zu beherrschen.
  • Die Funkwerkstatt muss entsprechend mit Funkmessplätzen und dem entsprechenden Personal ausgerüstet sein.
  • Die angebotenen Schulungsmöglichkeiten des Auftragnehmers (oft sehr kostenintensiv) muss von mehreren Mitarbeitern wahrgenommen werden können – und diese müssen auch in der Lage sein, die Technik später zu beherrschen (das ist nicht abwertend gemeint, sondern es ist einfach so, dass hier der „Vollbluttechniker“ gefragt ist).
  • Der aufzubauende Bereitschaftsdienst muss in der Lage sein, nach einer Störung die Betriebsbereitschaft zeitnah wieder herzustellen. Kurze Reaktionszeiten der Hersteller – insbesondere am Wochenende – sind entweder überhaupt nicht im Levelangebot des Wartungsvertrages enthalten oder schlicht und ergreifend nicht finanzierbar.
  • Mit einer optimalen vorausgehenden Funknetzplanung und einer Kanalberechnung, die gegenüber der BNetzA für die Beantragung der Frequenzkanäle Bestand hat, sollte ein erfahrenes Consultingunternehmen beauftragt werden.
  • TETRA ist ein europäischer Standard, der auch von den Herstellern konsequent umgesetzt wurde. Das System ist technisch komplex und kostenintensiv. Die Integration von Endgeräten verschiedener Hersteller ist bei entsprechendem Fachpersonal möglich.



Der kommende Digitalfunk – scherzhaft auch der „Digitalfunk für Arme“ genannt – heißt DMR und wird zur Zeit überall als das Non plus Ultra als Ersatz für den Analogfunk angeboten.

DMR

Nach Aussagen der Hersteller läuft hier die Entwicklung der Systemtechnik auf vollen Touren – und man kann für die nächsten Jahre hier einiges erwarten.

Es gilt die ganz klare Ansage, dass DMR für großflächige Netze mit geringer Teilnehmerzahl ausgelegt ist – und Schnittstellen zum ITCS, zur DFI oder der LSA-Beeinflussung noch nicht die Reife haben, um dieses System bedenkenfrei einsetzen zu können.

Man darf gespannt auf die Erfahrung eines größeren Verkehrsunternehmen sein, dass voll auf DMR migriert.

Bei Kosten, die 40-50% unter denen von TETRA liegen sollen, schaut man schon einmal näher auf die technischen Eckpunkte wie:

  • Gleiches 2m-Frequenzband wie im Analogfunk. In Abstimmung mit der BNetzA können entweder die gleichen Frequenzen weiter genutzt werden oder man wechselt in das 2m-Frequenzsprektum von DMR mit Duplex-Frequenzen.
  • Aus Sicht der Frequenzverfügbarkeit sind keine Probleme zu erwarten.
  • Beibehaltung der bisherigen Standorte.
  • Migration auf DMR-Technik mit der Möglichkeit, im ersten Schritt analog weiter zu arbeiten.
  • Migration auf DMR digital zum individuellen Zeitpunkt.

Wenn man von einer kontinuierlichen Entwicklung von weiteren Produkten und Applikationen im Bereich DMR ausgeht, dann wäre ein „Pilotunternehmen“ mit den im ÖPNV anstehenden Leistungsmerkmalen, die vom System abgearbeitet werden müssen, von Nöten, um die anstehenden Fragen in der Praxis zu beantworten.

Ein Punkt ist heute immens wichtig.
Den Projektleitern vor Ort, sowohl vom Hersteller als auch vom Auftraggeber, kommen besondere Bedeutung zu. Der eine ist direkter Ansprechpartner für den Auftraggeber – und sollte immer die Fähigkeit besitzen, das Projekt straff und zielführend zu installieren. Wenn sich aufgrund der Fachkompetenz beider Projektleiter ein gesundes Vertrauensverhältnis entwickeln kann, dann ist das für das gesamte Projektmanagement ein Gewinn.

Es ist dabei selbstverständlich, dass der Projektleiter des Auftragnehmers versucht, seine Unternehmensvorgaben einzuhalten. Auf der anderen Seite steht die Abarbeitung des Pflichtenheftes mit den jeweiligen Teilabnahmen des Projektes.

Wenn – wie heute oft üblich – das Wort „Mehrwert“ durch „Mehrung“ durch den Hersteller ersetzt wird, dann beginnen die oft unnötigen Probleme.

Mehr davon und vom wieder erstarkten Analogfunk im nächsten Bericht.

Dieter Forkert