Vor 50 Jahren – HOCHBAHN entwickelt weltweit erstes Busüberwachungssystem
Donnerstag, den 19. Januar 2012 um 10:34 Uhr
Die Pünktlichkeit im Blick
"Erstmalig in der Welt - HOCHBAHN-Busse mit elektronischem Leitsystem“ – so titelt die Presse 1965 und spielt damit auf den Pioniergeist der HOCHBAHN an:
Seit Dezember 1961 entwickelt sie ein Busüberwachungssystem, das den exakten Standort eines Busses während der Fahrt ermittelt und ihn alle zwei Minuten automatisch an die Bus-Leitzentrale im Hochbahnhaus sendet. „Eine geniale technische Entwicklung“, meint Rolf Mansfeld, Diplom-Ingenieur und HOCHBAHN-Experte für die Busüberwachung, „mit der man damals schneller auf Störungen im Busverkehr reagieren konnte.“ Denn schon damals sind die Straßen der Hamburger Innenstadt überlastet und Staus keine Seltenheit: Vor allem Linien, die die Innenstadt queren, kämpfen mit Verspätungen. Ohne direkte Verbindung zum Bus – der Sprechfunk kommt erst 1963 – erfährt die Zentrale davon deutlich später.
1986: die Busleitstelle im Hochbahnhaus. Mittels RBL (Rechnergesteuertes BetriebsLeitsystem) werden die innerstädtischen Buslinien überwacht.
Vom Liniendrucker zur Rechnersteuerung Mit der genauen Standortbestimmung, die sich den Datenfunk zunutze macht, kann der Disponent in der Leitzentrale jetzt am Liniendrucker die aktuellen Ist- und die Sollzeiten eines Busses vergleichen und beispielsweise bei Verspätungen einen weiteren Bus „hinter dem Stau“ einsetzen. 1965 testet die HOCHBAHN das neue Busüberwachungssystem auf der Linie 34 zwischen Kirchdorf (Süd) und Burgwedel – mit Erfolg: 1966 geht es auf allen Schnellbus- und zwei Stadtbuslinien „auf Sendung“. Den nächsten technischen Schritt macht die HOCHBAHN 1977: Das RBL, ein Rechner-gesteuertes BetriebsLeitsystem, löst das alte Überwachungssystem ab. Mithilfe neuer Computertechnik überwacht das RBL zwölf innerstädtische Buslinien. Die Standortbestimmung ist jetzt noch präziser: Alle 30 Sekunden melden 250 Busse der Leitzentrale ihre Position.

Bild 2: Auf jeder Fahrt dabei: Das RBL-Sende- und Empfangsgerät stand jeweils neben dem Busfahrer.
Neueste Technik: Ortung via Satellit
2001 startet das Fahrgast-Informations- und Management-System, kurz: FIMS. Nicht die Steuerung des Betriebsablaufs, sondern das Informieren der Fahrgäste steht hier im Vordergrund. FIMS nutzt dabei die satellitengestützte Ortung der Busse. Der Bordrechner vergleicht Ist- und Soll-Zeiten und liefert Infos für FIMS. Mit der „Countdown-Anzeige“ an der Haltestelle weiß der Fahrgast schließlich genau, wann sein Bus kommt. Die Voraussetzung dafür aber lieferte jene geniale Idee der Standortermittlung vor 50 Jahren.
Quelle: aus der Zeitschrift HAMBURGmobil Januar 2012
